Über Demokratie

Utopische und dystopische Prognosen
über die Zukunft der Demokratie in
Vergangenheit und Gegenwart
gelesen von Johanna Wokalek
und Ulrich Matthes

Aktualisierte Fassung
Texte von Karl August von Hardenberg, Louis Sebastien Mercier, Immanuel Kant, Theodor W. Adorno, Winston Churchill, Sinclair Lewis, Hannah Ahrendt, Joseph Vogl / Alexander Kluge, Heinrich von Kleist und Eric Hobsbawm

eingerichtet von Gerhard Ahrens

„Die Staatsgewalt geht vom Volke aus. – Aber wo geht sie hin?“
Bertolt Brecht, Paragraph I

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion am Ausgang des 20. Jahrhunderts wurde voller Zuversicht auf die Zukunft der Demokratie geblickt. Sie werde sich, so die Annahme in den Ländern des Westens, beständig vertiefen und rund um den Erdball unaufhaltsam verbreiten. Nach der Jahrtausendwende hat sich diese Annahme als Illusion erwiesen. Man spricht heute von einer Krise der repräsentativen Demokratie und gar von Postdemokratie. Vor diesem Hintergrund werden literarische Darstellungen von Utopien und Dystopien wieder relevant, die von Aufstieg, Krise oder Zerstörung der Demokratie handeln, meist als Warnung und Mahnung, eine Staatsform nicht preiszugeben, die nach Winston Churchill „die schlechteste Regierungsform [ist] – mit Ausnahme von all den anderen Formen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind“.

Angesichts des Angriffskrieges gegen die Ukraine ist die Textfassung aktualisiert worden.