Ritual

von Torsten Rasch

13 und 14 Uhr

Giorgio Consolati, Flöte
Isang Enders, Cello
Torsten Rasch, Elektronik


Torsten Rasch geboren in Dresden. Nach einem Kompositionsstudium in seiner Heimatstadt studierte er Film- und Kammermusik in Japan. Er schrieb Orchesterwerke u.a. für die Dresdner Sinfoniker, für das BBC Symphonic Orchestra, das London Philharmonic Orchestra, die Dresdner Philharmonie und das Ensemble Resonanz. Im Auftrag so renommierter Häuser wie London, Köln, Bern und Dresden komponierte er Opern.

Gemeinsam mit dem Flötisten Giorgio Consolati und dem Cellisten Isang Enders präsentiert Torsten Rasch sein gut zehnminütiges Werk Ritual in Neuhardenberg.

„Das Jahr 2020 war das Jahr, in dem ich endlich – nach zwei Jahren die Arbeit an meiner Oper Die andere Frau – Rom erkunden und das Jahr, in dem ich auch endlich Abschied nehmen wollte von der Klangwelt der Oper, die mich zum Teil in eine imaginierte sumerisch-akkadische Welt brachte mit Texten in Keilschrift und Klängen, die ich so noch nie versucht hatte. Dann kam die Pandemie und der Lockdown. Damit war nicht alles verloren: die Villa Massimo mit ihren Bewohnern und das menschenleere Rom waren ein Segen in dieser Zeit. Aber es gelang mir nicht, die Welt der Menschen aus Ur zu verlassen. Als „Ersatz“ für die nicht stattfindende Abschlusspräsentation produzierte ich mit Unterstützung der Villa Massimo eine Aufnahme mit Sussan Deyhim, der „Augenzeugin“ aus der Oper mit Ausschnitten daraus. Und auch für die Präsentation in Neuhardenberg erschien es mir nur logisch, weiter in dieser Klangwelt zu forschen und nun endlich einen Abschluss zu finden. Niemand weiß genau, wie die Musik klang, die man notiert auf verschiedenen Stelen mit Keilschrift findet. Von zentralem Interesse war für mich, das rudimentäre Wissen über die Musik dieser Zeit zu verbinden mit einer neuen imaginären Klangwelt. Neben der Stimme, die in Ritual nicht zu hören sein wird, sind das Saiten- und das Blasinstrument die Instrumente, auf denen auch in Ur schon vor 3.000 Jahren musiziert wurde. Die „Umgebung“ in der sie erklingen, ist wie die Landkarte einer imaginären Welt.“ (Torsten Rasch)