Hier ist jetzt die Situation
unerträglich geworden…

Das Schicksal von
Max und Martha Liebermann
im „Dritten Reich“
gelesen von Hannelore Hoger
und Thomas Thieme

eingerichtet von Gerhard Ahrens

„Hier ist jetzt die Situation unerträglich geworden und ebenso wie die heutigen Verhältnisse unvorstellbar waren, ebenso ist es nicht möglich zu ahnen, was noch passieren kann.“
Martha Liebermann am 18. Oktober 1941 an Emma Zorn

Max Liebermann, dessen Geburtstag sich am 20. Juli 2022 zum 175. Mal jährt, gehört zu den großen Malern des 20. Jahrhunderts. Sein Werk wurde nach der „Machtergreifung“ 1933 aus den Museen entfernt. Vereinsamt und öffentlich geschmäht stirbt er 1935 in seinem Haus am Brandenburger Tor. Seine Frau Martha bleibt in Berlin zurück. Als im Herbst 1941 die Judendeportationen beginnen, versuchen Freunde in einem verzweifelten Wettlauf mit der Zeit, ihr Leben zu retten. Doch die schon in Aussicht gestellte Ausreise scheitert an unerfüllbaren Lösegeldforderungen der Nazibehörden. Als Martha Liebermann im März 1943 nach Theresienstadt deportiert werden soll, nimmt sie sich das Leben. Damit endet die 200jährige Geschichte einer Preußen und Berlin mitprägenden deutsch-jüdischen Familie. Mit Tagebucheinträgen, Texten von Wegbegleitern und historischen Berichten soll an das so exemplarische Schicksal von Martha Liebermann erinnert werden.

Am 6. Oktober wird diese Lesung im Max Liebermann Haus in Berlin für Gäste der Stiftung Brandenburger Tor zu erleben sein.