Armin Mueller-Stahl: Gegen das Vergessen

aus dem Werkzyklus Jüdische Freunde.
Schicksale, Weggefährten, Porträts

Armin Mueller-Stahl, deutscher Schauspieler von Weltrang, ist ebenso ein großer Musiker, Maler und Autor. Und er ist Zeitzeuge des so abgründig furchtbaren wie Hoffnung verheißenden 20. Jahrhunderts sowie beredter Zeuge des nun schon zwei Dekaden währenden 21. Jahrhunderts. Vor allem aber ist Armin Mueller-Stahl eine Ausnahmeerscheinung in der Kunst. In den letzten beiden Jahren hat er mit dem Zyklus Jüdische Freunde. Schicksale, Weggefährten, Porträts etwa 100 Portraits jüdischer Persönlichkeiten geschaffen, die in ihrer nuancierten Darstellung menschlicher Gesichter verborgenen Wesenszügen wie eindrücklichen und berührenden Lebenswegen nachzuspüren und diese dem Vergessen zu entreißen suchen. Darüber hinaus werfen sie Schlaglichter auf Armin Mueller-Stahls bewegtes, großes Leben.

Eine Auswahl von etwa 30 Portraits wird in der Orangerie von Schloss Neuhardenberg zu sehen sein. Darunter das Walther Rathenaus, des Verteidigers der Weimarer Republik, der zuletzt als ihr Außenminister den Anfeindungen der Demokratie zu begegnen suchte und der unweit von Neuhardenberg in Bad Freienwalde seinen Wohn- und Rückzugsort hatte. Vor 100 Jahren wurde dieser große Demokrat von Rechtsextremen ermordet. An ihn zu erinnern, gerade in dieser Zeit neuer und stärker werdender Demokratiegefährdung, und Armin Mueller-Stahl zu würdigen, ist der Stiftung Schloss Neuhardenberg im 20. Jahr ihres Bestehens ein besonderes Anliegen.