Sebastian Felix Ernst,
Sabine Scho,
Theresa Stroetges
(Golden Diskó Ship)

Sebastian Felix Ernst lebt und arbeitet in Berlin. Der Architekt und Designer ist Gründer von E R N S T Office for Architecture. Zuvor war er Mitgründer und bis 2019 Mitglied von FAKT Architekten. Sein Schaffensbereich liegt in der Schnittmenge von architektonischer, akademischer und künstlerischer Arbeit. Er forschte u.a. zum Thema der Fabrikation, regelbasiertem Design und Urbanismus sowie zu den Problemen und Potenzialen der zeitgenössischen globalen Massenproduktion, ihren Normen und Standards und ihrem Verhältnis zur Architektur.

Die fotografierende Autorin Sabine Scho, lebte von 2006 bis 2014 in São Paulo, heute in Berlin. Alle ihre Texte sind im Grenzbereich zu Fotografie, Zeichnung und Bild angesiedelt. Zuletzt erschienen: Tiere in Architektur (KOOKbooks, 2013), The Origin of Senses zusammen mit Andreas Töpfer (Museum für Naturkunde Berlin, 2015). Auszeichnungen: u.a. Deutscher Preis für Nature Writing (2018). Gastprofessorin am Deutschen Literaturinstitut Leipzig 2018/19

Theresa Stroetges (Golden Diskó Ship) ist Musikerin und Klangkünstlerin und lebt in Berlin. Sie erhielt unter anderem Stipendien für Aufenthalte in Frankreich, Portugal, Litauen und Indien. Mit ihren Musikprojekten Golden Diskó Ship, Soft Grid und Epiphany Now trat sie europaweit und international live auf. In Kollaborationen mit Künstlerinnen und Künstlern aus den Bereichen Performance, Tanz, Live-Poetry, Video, Film und Installation verfolgt sie Möglichkeiten des Aufbrechens konventioneller Aufführungspraktiken und Genregrenzen.

Palazzettino. Haus für einen Boxer (2021)

Architektur- und Soundinstallation

Im Kampf und in der Architektur gewinnt immer die Schwerkraft. Als man den Boxer, eine der seltenen antiken Bronzeskulpturen, 1885 am Südhügel des Quirinals in Rom ausgrub, wirkte er, «als erwache er nach einer langen Kampfpause wieder.» Sitzend und erdschwer wartet er noch immer auf seinen nächsten Einsatz. Der Palazzetto dello Sport, von Pier Luigi Nervi für die olympischen Spiele von 1960 aus 1.620 Fertigteilen erbaut, scheint hingegen der Schwerkraft zu trotzen. Diese zwei Ikonen Roms werden zusammengedacht und -gebracht in einer Kuppel-Architektur, 12 Gedichten und Musiktracks, der heutzutage maximal gekämpften Rundenzahl beim Profiboxen. Umschlossen von einem aus Carbonstäben geflochtenen Palazzettino erhält der Boxer vom Quirinal in einer architektonischen Klang-Gedicht-Installation ein neues Zuhause, das zwischen Käfig und Schutzraum die Frage aufwirft: Wann darf ich wieder / kämpfen oder muss ich / jetzt schon wieder?

Architektur/Palazzettino: Sebastian Felix Ernst - ERNST office for architecture
Idee und Gedichte: Sabine Scho
Musiktracks: Golden Diskó Ship

Zu dem Projekt erscheint eine Buchpublikation mit CD im Verlag Hatje Cantz, herausgegen von Deutsche Akademie Rom Villa Massimo:

Haus für einen Boxer / Casa per un Pugile / House for a Boxer
von Sabine Scho, Sebastian Felix Ernst, Golden Diskó Ship

Mit einem Essay, Gedichten, Fotos aus dem Palazzo Massimo vom Bronzeboxer, dem Internationalen Titel des World Boxing Council (WBC) im Superfedergewicht Rom 2020, des Boxclubs San Lorenzo, dem Palazzettino und seinem Aufbau, mit Zeichnungen, Modellen und historischen Fotos vom Palazzetto dello Sport von Pier Luigi Nervi aus dem Maxxi-Archiv, mit Original-Tonmaterial von Boxkämpfen und Trainings und eingelesenen Gedichten.

  • Testaufbau, Tempelhofer Feld (2021)

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    Die Trägerinnen und Träger des renommierten Rompreises des Jahrgangs 2019/2020 präsentieren Arbeiten in einer Ausstellung, in Leseperformances und in Konzerten vom 4. September bis 31. Oktober.

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