Perspektiven der
Demokratie zwischen
Preisgabe und Rückeroberung

mit Naika Foroutan, Ralf Fücks,
Thomas Fischer und Julian Nida-Rümelin

Moderation: Annette Riedel

Einen Tag nach der Rede von Julian Nida-Rümelin über die „Perspektiven der Demokratie“ greift ein Gesprächspodium unter der Leitung von Annette Riedel die Anregungen des Philosophen auf und geht der Frage nach, ob man sich, nachdem man die Demokratie jahrzehntelang für selbstverständlich gehalten hatte, nunmehr ebenso selbstverständlich mit ihrem Verdämmern abzufinden hat, oder ob es nicht nur lohnend, sondern auch überhaupt aussichtsreich sein könnte, sich um ihren Erhalt zu bemühen. Sofern Letzteres bejaht werden sollte: Wie begegnet man der allenthalben spürbaren Ermüdung bei der Verteidigung dieser Staatsform? Liegt es an den offenkundigen Defiziten, die die Demokratie in den Jahrzehnten der Selbstverständlichkeit angehäuft hat und die ihren Gegnern so viele wohlfeile Angriffspunkte bieten?

Die Soziologin Naika Foroutan leitet das Deutsche Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung und widerspricht der Behauptung, die Migration sei für die Stärkung der Demokratie keine Unterstützung. Thomas Fischer ist als streitbarer Jurist ein ebenso vehementer wie origineller Verteidiger des Rechtsstaates, den er als ehemaliger Bundesrichter hochrangig repräsentiert. Ralf Fücks ist Gründer des Zentrums Liberale Moderne in Berlin, das sich als Thinktank und Diskussionsplattform zur Erneuerung der liberalen Demokratie versteht. An dem Gespräch nimmt auch Julian Nida-Rümelin teil, dessen Rede am Vortag die Befassung mit der Demokratie eingeleitet hat. Annette Riedel ist Redakteurin, Moderatorin und Autorin bei Deutschlandfunk Kultur. Von 2012 bis 2017 war sie Brüssel-Korrespondentin und zuvor Mitglied der Chefredaktion von Deutschlandfunk Kultur. Sie übernimmt freundlicherweise die Gesprächsleitung für den ursprünglich vorgesehenen Moderator Stephan-Andreas Casdorff, der seine Teilnahme kurzfristig absagen musste.