In der Schwerelosigkeit
der Musik

gelesen von Johanna Wokalek
am Klavier: Adam Benzwi

Die Grusinskaja-Szenen
aus dem Roman Menschen im Hotel
von Vicki Baum

eingerichtet von Gerhard Ahrens

In ihrem Roman Menschen im Hotel aus dem Jahre 1929 führt Vicki Baum mit leichter Hand, Poesie und subtilem Witz eine Handvoll Menschen in einem „Grand Hotel“ zusammen, dem als Vorlage das Hotel Excelsior am Anhalter Bahnhof in Berlin gedient haben soll, und liefert ein atmosphärisch dichtes Bild vom Berlin der 1920er-Jahre. Das Werk wurde am Broadway dramatisiert, 1932 in Hollywood mit Greta Garbo sowie 1959 in Europa mit Michèle Morgan verfilmt und begründete Vicki Baums Weltruhm.

Vicki Baum beleuchtet die Menschen im Grand Hotel nur bruchstückhaft und in kurzen Schlaglichtern und beschreibt damit die Krisen, Träume und Enttäuschungen ganz im rasanten Stil der Zeit. Entsprechend ausschnitthaft stehen im Mittelpunkt der Lesung In der Schwerelosigkeit der Musik die Begegnungen der russischen Primaballerina Madame Grusinskaja, die ihren Zenit überschritten hat, mit dem ungarischen Baron von Gaigern, der auf Hoteldiebstähle spezialisiert ist.

Johanna Wokaleks Lesung vom rapiden Verlauf dieses schicksalhaften Zusammentreffens zweier Menschen im Hotel wird von Adam Benzwi am Piano im schnellen Wechsel der Handlung musikalisch getaktet.

Johanna Wokalek wurde am Wiener Max-Reinhardt-Seminar ausgebildet und debütierte 1996 bei den Wiener Festwochen. Sie war von 2000 bis 2015 festes Ensemblemitglied des Wiener Burgtheaters. Seit 1998 spielt sie immer wieder große Filmrollen, zuletzt in der Serie Spy City. Seit 2014 widmet sie sich auch der Opernbühne.

Der Kalifornier Adam Benzwi lebt seit 1984 in Berlin. Gerade feiert der Pianist und Dirigent im Berliner Ensemble große Erfolge mit der musikalischen Leitung der Brechtschen Dreigroschenoper in der Inszenierung von Barrie Kosky. Die Musik der Zwanziger interessieren den Professor für Musical/Show an der Berliner Universität der Künste ganz besonders. So gehören zu Benzwis Berliner Arbeiten auch Cabaret an der Bar jeder Vernunft und viele weitere legendäre Inszenierungen. Barrie Kosky’s All Singing, All Dancing Yiddish Revue ist sein nächstes großes Projekt für die Komische Oper Berlin.