Fräulein Else

von Arthur Schnitzler
gelesen von Senta Berger

Die 19-jährige Else macht gerade Ferien in den Dolomiten, als sie der verzweifelte Brief ihrer Mutter erreicht: Der Vater stehe vor dem Bankrott, einzig Else könne die Familie noch retten, wenn es ihr gelinge, den befreundeten Kunsthändler Dorsday zu einem Darlehen von 30.000 Gulden zu bewegen. Else ahnt, dass die Zusage an Bedingungen geknüpft sein könnte. Tatsächlich stellt Dorsday das Geld in Aussicht, wenn Else sich vor ihm entblößt. Über dieses Ansinnen gerät die junge Frau in tiefe Konflikte, denen sie sich durch einen überraschenden Entschluss entzieht, der sie allerdings an die Grenzen ihrer bürgerlichen Existenz führt.

Arthur Schnitzlers 1924 entstandene Novelle bildet mit dem Mittel des inneren Monologs die widerstreitenden Gefühle Elses mit großer psychologischer Präzision ab. Schnitzlers genrestiftende Erzählweise macht nicht nur den Gedankenstrom der Protagonistin nachvollziehbar, sondern wirft zugleich ein Schlaglicht auf die moralischen Abgründe der „besseren Gesellschaft“ seiner Zeit.

Senta Berger hat in weit über 100 Kinofilmen mitgewirkt, ist am Burgtheater, am Thalia Theater und am Schillertheater aufgetreten und gehört zu den beliebtesten Darstellern im deutschsprachigen Fernsehen. Für ihre Arbeit hat sie zahlreiche Preise und Auszeichnungen erhalten, darunter den Golden Globe, den Bundesfilmpreis, den Silbernen Bären der Berlinale und den Bambi.