Eine Gegend, in der Menschen
und Bücher lebten

gelesen von Sandra Hüller
und Jens Harzer

Erinnerungen an Czernowitz von Rose Ausländer, Selma Meerbaum-Eisinger, Paul Celan u. a.

eingerichtet von Gerhard Ahrens

Glauben Sie nicht, dass Czernowitz eine Stadt ist. Es ist eine Welt.
Nora Gray

Czernowitz, historische Hauptstadt der Bukowina, entwickelte sich ab dem 18. Jahrhundert zu einem bedeutenden Zentrum europäischer Kultur mit einer aus Juden und Christen, Deutschen, Rumänen, Ukrainern und Polen bestehenden multikulturellen Stadtbevölkerung. Zu Österreich-Ungarn gehörend, gelangte in der überwiegend deutschsprachigen Stadt insbesondere jüdische Kultur zu großer Blüte. Eine Kultur, die mit dem Holocaust und weiteren Zivilisationsbrüchen des 20. Jahrhunderts jäh zerstört wurde, da sie deren Protagonisten entweder vernichteten oder in alle Welt zerstreuten. Nach dem Zerfall der Sowjetunion gehört Czernowitz seit 1991 als Tscherniwzi zur unabhängig gewordenen Ukraine.

Bedeutende Lyriker deutscher Sprache wie Rose Ausländer, Selma Meerbaum-Eisinger und Paul Celan haben im frühen 20. Jahrhundert ihre Kindheit und Jugend in Czernowitz verbracht. Ihre Erinnerungen – gelesen von Sandra Hüller und Jens Harzer – lassen diesen besonderen Ort mit seiner großen europäischen Kultur in Selbstzeugnissen und Dokumenten literarisch wiederaufleben.

Sandra Hüller war u.a. am Theater Basel und an den Münchner Kammerspielen engagiert und spielt auf den großen Bühnen im deutschsprachigen Raum. Seit 2018 ist sie im Ensemble des Schauspielhauses Bochum. Ausgezeichnet wurde sie für ihre Filmarbeiten Requiem, Brownian Movement, Über uns das All, Finsterworld, Toni Erdmann und In den Gängen.

Der Schauspieler Jens Harzer arbeitete an den Münchner Kammerspielen, der Schaubühne Berlin und am Residenztheater München, bevor er 2009 Ensemblemitglied am Hamburger Thalia Theater wurde. Er ist seit 2019 Träger des Iffland-Ringes.