Die Welt muss romantisiert werden

Novalis zum 250. Geburtstag
Dichtungen und Betrachtungen von Novalis

gelesen von Alexander Scheer

eingerichtet von Gerhard Ahrens

„Indem ich dem Gemeinen einen hohen Sinn,
dem Gewöhnlichen ein geheimnisvolles Ansehn,
dem Bekannten die Würde des Unbekannten,
dem Endlichen einen unendlichen Schein gebe,
so romantisiere ich es.“

Novalis

Novalis, Freiherr von Hardenberg, ist einer der Großmeister der Frühromantik. Er erwarb sich eine umfassende Bildung, welche von Philosophie, Geschichte, Philologie, Physik, Chemie, Mathematik über die Jurisprudenz bis zu den Montanwissenschaften reichte.

Romantisieren bedeutet in den Dichtungen von Novalis die qualitative Potenzierung des Tatsächlichen. Dabei ist die Verbesserung eines ursprünglichen Zustandes mit den Mitteln der Imagination und der Poesie „das echt absolut Reelle“: „Die Welt romantisieren heißt, sie als Kontinuum wahrzunehmen, in dem alles mit allem zusammenhängt. Erst durch diesen poetischen Akt der Romantisierung wird die ursprüngliche Totalität der Welt als ihr eigentlicher Sinn im Kunstwerk ahnbar und mitteilbar.“ Wiederholt betrachtet Novalis die Wiederverzauberung der Welt als zutiefst romantischen Akt, als Suche nach dem Geheimnis, das sich hinter der Wirklichkeit verbirgt. Dies ist der Kern seiner Philosophie und Dichtung: „Je poetischer, je wahrer.“

Alexander Scheer ist im Theater, im Film und auf der Musikbühne zu Hause. Vor fast 25 Jahren begann seine Karriere mit dem Film Sonnenallee. Inzwischen ist er einem großen Publikum bekannt und überzeugt durch seine einfühlsamen wie vielseitigen Darstellungen. Zuletzt war er in der Titelrolle in Gundermann und als Anwalt in Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush im Kino zu erleben. Neben Theaterengagements in Bochum, Hamburg, Wien und Frankfurt gehörte er lange Jahre zum Ensemble an Frank Castorfs Berliner Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz. Auch als Gitarrist und Sänger steht er immer wieder auf der Bühne.