Von Gärten, Landschaften
und Bildern
Der Landschaftsgarten von Schloss Neuhardenberg ist das Juwel des Ensembles. Angelegt vor 200 Jahren durch Peter Joseph Lenné, Hermann Fürst von Pückler-Muskau und John Adey Repton, erfreut er sich bis heute großer Beliebtheit. Seine Schönheit resultiert auch daraus, dass seine Schöpfer sich bei der Gestaltung an den Prinzipien der Malerei orientierten: Blickachsen, das Spiel mit der Perspektive, Gruppierungen und Vereinzelung von Bäumen sind nur einige der typischen, an der Kunst orientierten Merkmale, die diesen »englischer Landschaftsgarten« genannten Typus des großen Gartens weltweit prägen. Die Inspiration zwischen Gartengestaltung und Kunst wirkt jedoch in beide Richtungen. Auch Künstlerinnen und Künstler ließen sich von Landschaftsgärten anregen und fanden hier in jeder Kunstepoche neue Themen und Interessen.
Die Ausstellung erzählt diese wechselvolle Geschichte von der Kunst zum Park und zurück zur Kunst. Gezeigt werden Gemälde barocker Parkanlagen als Sinnbilder von Macht, Landschaftsbilder des 18. Jahrhunderts als Vorbilder der englischen Gärten, romantische Arbeiten als Ausdruck innerer Landschaften, impressionistische Werke als Studien von Licht und Atmosphäre, Darstellungen des frühen 20. Jahrhunderts als Beobachtungen gesellschaftlicher Räume, expressionistische Parkmotive als psychisch aufgeladene Szenen in intensiven Farben und rhythmischen Linien, fotografische Positionen, die Struktur und Rhythmus der Anlagen sichtbar machen, sowie zeitgenössische Arbeiten, die das Verhältnis von Mensch und Natur neu befragen. Die Ausstellung vereint Werke bekannter und weniger bekannter Künstlerinnen und Künstler aus sechs Jahrhunderten, vielschichtig und verschiedenartig wie ein Garten.