Ein Tag im Park

Nezaket Ekici – Performance für
den Neuhardenberger Park
und Adelheid Schönborn im Gespräch

Nezaket Ekici zählt zu den profiliertesten und zugleich populärsten Performancekünstlerinnen in Deutschland. Bildgewaltig, entschlossen, ausdrucksstark – dafür ist die Meisterschülerin von Marina Abramović bekannt. Ihre kraftvollen Arbeiten, teils schmerzhaft und ausschweifend, teils spielerisch und voller Witz, präsentierte sie mittlerweile in über 70 Ländern und auf vier Kontinenten.

Eigens für den Neuhardenberger Landschaftspark entwickelte Ekici die Performance »Gehend-Sehend«, die sich mit den Regeln und Prinzipien beschäftigt, nach denen Landschaftsgärten angelegt werden: Elemente wie das Verbergen und das Sichtbarmachen, wie die Perspektive und die Blickachsen finden sich in allen Gartenkompositionen dieser Art wieder. Gleichzeitig thematisiert sie die Arbeit, die in der Anlage und dem Erhalt solcher Gärten liegt. Ekici zeigt Landschaftsgärten auch als Aufgaben für Generationen. 

Die Performance, die das Publikum an mehreren Stationen durch den Park führt, eröffnet dessen Neuentdeckung mit den Augen der Künstlerin und macht seine gestalterische Logik auf sinnliche und unmittelbare Weise erfahrbar.

Dem künstlerischen Blick Ekicis geht ein Einblick in die Praxis von Gartengestaltung voraus. In einer Podiumsdiskussion spricht die international renommierte Landschaftsarchitektin Adelheid Gräfin Schönborn, die den Park von Neuhardenberg von 1997 bis 2001 im Lennéschen Sinne instandsetzte, über die Bewahrung des Gartenerbes, über Gestaltungsprinzipien der Gartenkunst im Wandel der Zeit und über den sich fortentwickelnden Landschaftsgarten als generationenübergreifende Aufgabe.