Violons Barbares
Groovig, tanzbar und barbarisch gut: Die »barbarischen Violinen« sind ein Beweis dafür, daß in der Welt der Musik immer etwas noch nie Dagewesenes passieren kann. Es müssen nur die richtigen Leute zusammentreffen. Ein Gigant des Obertongesangs und der Pferdekopfgeige aus der Mongolei, ein Meister der 14-saitigen Gadulka aus Bulgarien und dazu der überwältigende Perkussionsteppich eines französischen Jazzers: Das international gefeierte Trio Violons Barbares gehört derzeit zu den besten und außergewöhnlichsten Gruppen in der Weltmusikszene.
Das Trio, das sich da gefunden hat, ist in jeder Hinsicht eigenwillig. Enkhjargal, der die mongolische Pferdekopfgeige Morin Khoor spielt, ist einfach ein Naturwunder. Seine unglaubliche Stimmgewalt reicht über fünf Oktaven vom Schamanen-Grollen bis zum virtuosen Obertongesang. Mit höchster Virtuosität und Leichtigkeit spielt Dimitar Gougov sein Saiteninstrument mit drei Melodie- und elf Resonanzsaiten. Und auf einem abenteuerlichen Mix von Perkussionsinstrumenten treibt der Franzose Fabien Guyot seine Kollegen an.
Archaisch-wild geht es durch das mongolische und das bulgarisch-mazedonische Liederbuch. Mal rockig, mal mit zarten Obertönen spielend, wird ein weiter Klangraum aufgetan. Die Arrangements bewegen sich virtuos zwischen traditioneller Vorlage und jazzig-rockiger Freiheit. So manche Passage erinnert an die finnische Cello-Band Apocalyptica. Nur daß die Violons Barbares nicht in düstere Metal-Welten entführen, sondern in die lichte Weite der mongolischen Steppe.