Über die Liebe
Sie und er oder Die Himmelsmacht

Senta Berger liest Geschichten von Alfred Polgar
und spricht mit Joachim Sartorius

So komplex sie ist, so aktuell wird sie immer bleiben: die Beziehung zwischen Frau und Mann. Wenige haben die zahlreichen Facetten so schonungslos genau betrachtet, so ironisch und distanziert beschrieben und dabei doch so leicht und liebevoll beurteilt wie Alfred Polgar. Dass ihm dies gelingen konnte, mag auch daran liegen, dass er, wie es sich für einen gebürtigen Wiener Literaten gehört, viele seiner Texte im Kaffeehaus schrieb. Dort waren dem Meister der literarischen Miniatur und eleganten Stilisten die Liebenden und Hoffenden, die Verliebten und Entliebten vor Augen und Ohren.

So läßt er etwa eine zu Hause bleibende Frau ihrem Mann nachrufen: »›Natürlich sollst du gehen – was ist das für eine Frage? – Und bleib nur, so lange wie du willst, Lieber. Unterhalte dich gut‹ […] Das hieß in der Übersetzung: verbringe einen gequälten Abend. Mein Leid stehe zwischen dir und der Freude. Meine Verlassenheit verlasse dich nicht. Meine Träne falle in dein Bier. Und versalze dir das Süße. Unterhalte dich gut!«
 
Die Texte Polgars kann wohl kaum jemand so authentisch und zugleich so eigen präsentieren wie Senta Berger, auch sie gebürtige Wienerin, deren Film- und Fernsehkarriere zwischen Hollywood und Europa ihresgleichen sucht. Über das Ewiggleiche und doch immer Neue der Liebe hat sie einmal gesagt: »Ich höre, alles ist cool. Aber nichts ist cool. In Liebesdingen ist alles, wie es war: schrecklich schön.«
 
Mit ihr spricht Joachim Sartorius, Lyriker, Herausgeber und Übersetzer und von 2001 bis 2011 Intendant der Berliner Festspiele.