Über die Liebe
Schon im April 1955 hat Bertolt Brecht die Meinung geäußert, »daß die heutige Welt eine Änderung braucht«. In einem Zeitalter, dessen Wissenschaft nach Brecht die Natur derart zu verändern weiß, daß die Welt schon nahezu bewohnbar erscheint, stehen wir jetzt, im Zeitalter der Globalisierung, wie die betroffenen Wissenschaftler uns versichern, »vor der totalen Vernichtung des kaum bewohnbar gemachten Planeten«, so Brecht weiter. Daraus leitet sich der ökologische Schöpfungsauftrag an den Menschen ab, wonach nicht Ausbeutung, sondern Liebe und Respekt den Umgang mit den Ressourcen der Welt bestimmen.
Christiane Paul über die Liebe sprechen zu hören, ist wie durch ein Kaleidoskop zu sehen: Sie hat das Thema im Leben wie in der Kunst in sehr vielen Facetten beleuchtet, z. B. in ihrem Engagement für Deine Stimme gegen Armut, das Kinderhilfswerk Die Arche und Amnesty International, in ihrem Buch Das Leben ist eine Ökobaustelle. Auch auf der Leinwand gab sie Liebenden, Verliebten und Geliebten immer wieder Stimme und Gestalt. In einem Interview hat Christiane Paul einmal gesagt: »Liebe ist ein Gefühl, das frei ist von Interessen, ohne gleich alles zu opfern oder die eigene Identität zu verraten.«
Mit ihr ins Gespräch kommt der Journalist und Verleger Jakob Augstein, seit 2008 Chefredakteur der Wochenzeitung Der Freitag. Für Phoenix entwickelte und gestaltete er bis 2013 das Format Augstein und Blome. 2012 erschien sein Buch Die Tage des Gärtners. Vom Glück, im Freien zu sein, 2013 das Buch Sabotage. Warum wir uns zwischen Demokratie und Kapitalismus entscheiden müssen.