Tatort Neuhardenberg I
Die Kommissarinnen

Tierische Mordsgeschichten
Nicole Heesters liest Patricia Highsmith

eingerichtet von Gerhard Ahrens

Frauen morden anders – diese Erkenntnis ist so alt wie einleuchtend. Aber ermitteln Frauen auch anders? Die erfolgreichste deutsche Krimiserie, der Tatort, scheint dies nahezulegen: Von den aktuell 48 Kommissarinnen und Kommissaren, die Sonntag für Sonntag die Frage: »Wo waren Sie gestern Abend zwischen 18 und 19 Uhr?« so oder ähnlich stellen, sind 20 weiblich. Grund genug, nach einem Wochenende, das 2014 den männlichen Kommissaren gewidmet war, nun die Frauen zu Wort und Stimme kommen zu lassen.

Tom Ripley, Der talentierte Mister Ripley, ist sicher die bekannteste Romanfigur, die Patricia Highsmith erfunden hat. Amoralisch, hedonistisch, kriminell, brillant – so präsentiert sich der junge Amerikaner dem Lesepublikum seiner Autorin. Aber auch Patricia Highsmiths tierische Erfindungen sind nichts für Zartbesaitete – wer schwache Nerven hat oder sich leicht ekelt, ist mit den Geschichten von einer Schildkrötenmörderin und einem ebenso schrägen wie mörderischen Hamsterrudel nicht gut beraten. Für alle Freunde des schwarzen Humors aber sind sie ein Fest. »And that was just as well«, mit Tom Ripley zu sprechen. »Und das war gut so.«
 
Patricia Highsmiths Erzählung liest Nicole Heesters, Tochter von Johannes Heesters, als Sechzehnjährige Debütantin vor der Filmkamera, Absolventin des Max-Reinhardt-Seminars, Mitglied der Freien Akademie der Künste Hamburg, Mitglied des Kuratoriums des Deutschen Hörbuchpreises, Trägerin der Silbernen Maske, des Curt Goetz Rings, des Rolf-Mares-Preises, des Louise-Dumont-Goldtopas und des Nestroy-Theaterpreises.

Und sie war die erste Tatort-Ermittlerin überhaupt. Aber ausgestiegen ist sie schon nach drei Folgen. Warum? »Ich hätte es sicher bereut, wenn ich drin geblieben wäre. Ich wollte nicht als Frau Kommissarin Buchmüller angesprochen werden – und das stellte sich nach drei Sendungen bereits ein. Vor allem auf der Bühne möchte ich nicht mit der Kommissarin verglichen werden. Ich war wenigstens die Erste. Pionierzeit. Jetzt bin ich die Mutter von all diesen Kommissarinnen.«