Stunde Null
April 1945: Der Krieg ist vorbei, doch nachts verfolgen den Schriftsteller Dr. Doll Träume von einem Bombentrichter, der ihn nicht freigibt. Er will etwas tun gegen den Alpdruck der Mitschuld, doch er kann es als Bürgermeister einer Kleinstadt, eingesetzt von der Roten Armee, niemandem recht machen. Er flüchtet in den Drogenrausch. Im Chaos des zerbombten, nur auf dem Schwarzmarkt funktionierenden Berlin entgleitet ihm seine junge, morphiumsüchtige Frau, und er hat nun um zwei Leben zu kämpfen. Er beginnt zögerlich, an eine Zukunft zu glauben.
Hans Falladas ebenso bedeutender wie in Vergessenheit geratener Roman Der Alpdruck schildert die verworrene Zeit zwischen Krieg und Frieden. Der Alpdruck war auch ein Alpdruck auf der Seele seines Autors: Erst nachdem Fallada die Geschichte des eng mit seinem eigenen Erleben verknüpften Protagonisten geschrieben hatte, konnte er die Arbeit an seinem berühmten Werk Jeder stirbt für sich allein angehen.
Aus Falladas Buch liest Christian Redl, der markant undurchsichtige Melancholiker, der düstere Grübler, der wortkarge, einzelgängerische Kommissar Thorsten Krüger in den Spreewaldkrimis. Als junger Mann brach er die Schule ab, um sich ganz der Schauspielerei zu widmen. Ausgebildet wurde er an der Schauspielschule Bochum, dem folgten Engagements an Theatern in Wuppertal, Frankfurt am Main, Bremen und Hamburg, wo er u. a. mit Claus Peymann, Luc Bondy und Peter Zadek arbeitete. Und wer gern ins Kino geht, hat Christian Redl sicher schon bewundert, z. B. in Der Untergang (2004), Yella (2007), Krabat (2008) und Die Päpstin (2009), um nur eine kleine Auswahl zu nennen.