Schreiben und Leben
Tagebücher 1979–1981

Martin Walser liest und spricht mit Manfred Osten

»Der Mensch ist ein Dichter. Und wenn er kein Dichter mehr ist, dann ist er auch kein Mensch mehr«, schreibt Martin Walser im April 1979 in sein Tagebuch. Leben und Schreiben? So waren seine Tagebücher bisher betitelt, aber nun, in diesem vierten Band, ist die Gewichtung eine andere. Schreiben und Leben heißt es jetzt: Das Schreiben erst gibt dem Leben seinen Sinn. Und es bringt Schönheiten hervor, die genauso Wahrheiten sind – dafür liefert dieses Tagebuch hinreißende Beweise.

Und doch: Es wird gelebt, es wird erlebt, und dann erst wird geschrieben. Über Zeitgenossen und Weggefährten, Vorbilder und Familie, über Thomas Bernhard, Hannelore Elsner, Hans Magnus Enzensberger, Joachim Fest, Jürgen Habermas, Walter Jens, Ruth Klüger, Freya von Moltke, Marcel Reich-Ranicki, Siegfried Unseld, Christa Wolf, seine Töchter und seine Frau. »Was Martin Walser erlebt und beschrieben hat, das ist der abenteuerliche Weg zu einem großen Werk«, schreibt die Frankfurter Rundschau.

Martin Walser, 1927 in Wasserburg geboren, lebt in Überlingen am Bodensee. Für sein literarisches Werk erhielt er zahlreiche Preise, darunter 1981 den Georg-Büchner-Preis und 1998 den Friedenspreis des deutschen Buchhandels. Außerdem wurde er mit dem Orden Pour le Mérite ausgezeichnet und zum Officier de l’Ordre des Arts et des Lettres ernannt.

Ins Gespräch kommt er mit Manfred Osten, Jurist, Diplomat, Autor und Meister der feinsinnigen Debatte.