Nothing to declare

Photographien von Lars Hübner

Flächenmäßig gerade einmal so groß wie Baden-Württemberg, besitzt Taiwan mit 642 Einwohnern pro km2 eine der höchsten Bevölkerungsdichten weltweit. Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der damit verbundenen Rückübertragung der Insel von Japan an China gibt es bis heute vitale Unabhängigkeitsbestrebungen gegenüber dem chinesischen Festland. Neben seinem auch heute noch ungeklärten rechtlichen Status wird Taiwan vom Spannungsverhältnis zwischen asiatischer Tradition – die im Gegensatz zum chinesischen Festland noch vielerorts lebendig praktiziert wird – und starken westlichen Einflüssen geprägt. Buddhismus und Konfuzianismus treffen auf Asia-Pop und Baseball, westlicher Kapitalismus und Globalisierung auf japanische Wettbewerbs- und Arbeitsverhältnisse. In Taiwan werden noch die chinesischen Schriftzeichen in der traditionellen Form verwendet; Taiwan ist gleichzeitig eine der wenigen Demokratien in Asien.

Der Photograph Lars Hübner ist durch das Land gereist, war in den riesigen und hektischen Großstädten und hat auf dem Land bei Reisbauern gelebt. Er erkundete die dünnbesiedelten Bergregionen und besuchte die das Eiland umgebenden Pazifikinseln. Dabei ist ein vielschichtiges sozial- und gesellschaftspolitisches Panorama entstanden, das sich bewußt zwischen Dokumentation und Kommentar bewegt.

Lars Hübner, Jahrgang 1981, studierte Visuelle Kommunikation bei Stefan Koppelkamm und Harald Hauswald an der Kunsthochschule Berlin Weißensee, wo er derzeit Meisterschüler ist. Er lebt und arbeitet als freier Photograph in Berlin.