Nicht nur zur Weihnachstzeit
Tante Milla besteht darauf, sich allabendlich mit der ganzen Familie unter dem Tannenbaum zu versammeln und Weihnachten zu feiern. Wird das Ritual nicht eingehalten, schreit die Tante auf das Entsetzlichste. Und so bleibt der Familie nichts anderes übrig, als tagein, tagaus das »Fest des Friedens« zu feiern.
Heinrich Böll zeigte in seiner humorvollen Satire von 1952, daß sich die heimelige »Deutsche Weihnacht« vorzüglich dazu eignet, mit Vergessen, Verdrängung und Verleugnung gefüllt zu werden. Nach dem Zweiten Weltkrieg verbreiten inmitten der zerstörten Städte alsbald wieder Kerzen und Lametta ihren trügerischen Glanz in den noch ruinösen deutschen Wohnstuben: Es ist wieder Weihnachten, wie schön! Und Hand aufs Herz: Wie soll ein so friedvolles Volk all das Schreckliche getan haben, das man ihm anlastet? Das kann so schlimm ja wohl nicht gewesen sein. Am besten also, wir machen immer Weihnachten. Tante Milla spricht aus, was viele Deutsche in jener Zeit und auch später noch insgeheim dachten und wünschten.
Caroline Peters verkörpert seit 2008 die Rolle der TV-Kommissarin Haas in Mord mit Aussicht. Zudem ist die vielseitige Schauspielerin seit 2003 am Wiener Burgtheater engagiert. Sie spielte u. a. an der Berliner Schaubühne, am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg, an der Berliner Volksbühne und am Schauspielhaus Zürich. Martin Brambach ist ein Meister der ambivalenten Figuren, die nicht selten am Rande des Wahnsinns stehen. Ab 2016 ist er Tatort-Kommissar in seiner Geburtsstadt Dresden. Nach der Schauspielschule in Bochum folgten Engagements in Köln, am Burgtheater Wien und an der Schaubühne Berlin. Zu Brambachs zahlreichen Filmen gehören Der Vorleser und Oh Boy.