hiersein ist herrlich
hiersein ist herrlich besteht aus fotografischen Ausschnitten, aus Aufmerksamkeiten und Aufgenommenem, aus Heimlichem, aus Intimität, aus Freizeit und Freiheiten. Die Ausstellung fragt nach Heimat. Wo fühlen wir uns wohl? In einem Gespräch? Auf einem Weg? In Erinnerungen? Oder macht das ständige Zurückschauen wahnsinnig? Dabei gibt es im Jetzt Räume, die erfüllen, die schwingen, die man gerade wahrnimmt, weil die eigene Vergangenheit sie in den Fokus rückt.
Der Titel der Ausstellung ist einem Vers aus Rainer Maria Rilkes Duineser Elegien entnommen. Die Arbeit ist angelegt als fortlaufendes Projekt und Archiv fotografischer Momente. Es spiegelt den Prozeß des Erarbeitens einer radikal subjektiven Bildwelt wider, in der Schönheit, Erinnerung, Geschichte, Jugend und Unordnung vermengt werden, um sich mit dem Sein auseinanderzusetzen. Ausgangspunkt sind dabei oft Biografien von in den 1980er Jahren in Ost-Berlin geborenen Menschen.
Jannis Schulze wurde 1987 selbst in Ost-Berlin geboren. 2014 schloß er sein Studium an der Kunsthochschule Berlin Weißensee ab. Im selben Jahr war seine Arbeit Quisqueya im Rahmen des renommierten Nachwuchspreises gute aussichten – young german photography award u. a. in den Deichtorhallen Hamburg zu sehen. Darüber hinaus war er 2013 und 2014 jeweils auf der Shortlist des Fotobook Dummy Awards und wurde mit dem Mart Stam Preis 2013 ausgezeichnet. Im Sommer 2015 begann er eine Künstlerresidenz des Goethe-Instituts in Peking. Jannis Schulze lebt und arbeitet in Berlin.