GEFÜGE

Fotografien von Christoph Engelhard

Die Arbeit von Christoph Engelhard zeigt einen Ausschnitt seiner kontinuierlichen Auseinandersetzung mit den Rändern unserer Wahrnehmung. Es ist der Versuch, Dinge zu bemerken, die unser Sehen durch lang antrainierte Filter ausblendet und dadurch nahezu unsichtbar werden läßt.

Die Arbeit besteht aus zwei formal sehr unterschiedlichen Teilen. Die Basis bilden Fotografien, die Christoph Engelhard täglich und zur eigenen Übung mit dem Mobiltelefon aufnimmt, um seinen Blickwinkel zu schulen und den üblichen Wahrnehmungsfiltern entgegenzuwirken. Diesen setzt er überlegte und konstruierte Mittelformatfotografien entgegen, die aus der selbst auferlegten Schulung resultieren. Die direkten und unmittelbaren Schnappschüsse versuchen dabei, weniger einen Moment als tatsächlich nur ein Bild einzufangen, grafische und manchmal abstrakt wirkende Formalien abzubilden und damit den Reiz des Profanen sichtbar werden zu lassen. Durch Mittelformatfotografien überführt er die gewonnenen Erkenntnisse in konkrete und klar benennbare Bilder. Die Motive findet Christoph Engelhard inmitten unserer urbanen Lebensräume – es sind die weißen Flecken im alltäglichen Wahrnehmungsgefüge.

Christoph Engelhard, Jahrgang 1980, studierte Visuelle Kommunikation an der Kunsthochschule Berlin Weißensee bei Stefan Koppelkamm und Nanne Meyer. Er lebt und arbeitet als freischaffender Fotograf und Grafik-Designer in Berlin und ist Mitgründer des Gestaltungsbüros FÖRM.