Digital überfordert?

Rüdiger Safranski liest und spricht mit Manfred Osten

Als »stehenden Sturmlauf« hat bereits Franz Kafka Anfang des 20. Jahrhunderts die Dynamisierung aller Lebensbereiche empfunden. Daß inzwischen die Zeit als rasender Stillstand erfahren wird, ist der Möglichkeit digitaler Echtzeit-Kommunikation geschuldet. Einer Kommunikation, die geprägt ist von globaler Synchronität und gleichzeitiger Überforderung des Menschen. Den Folgen dieser Überforderung, aber auch den Chancen einer Rückgewinnung des Reichtums der Zeiterfahrung soll in Lesung und Gespräch zwischen Rüdiger Safranski und Manfred Osten nachgegangen werden. Safranskis neues Buch Zeit – was sie mit uns macht und was wir aus ihr machen soll hierbei im Zentrum der Erörterung stehen.

Rüdiger Safranski ist Philosoph und vielfach preisgekrönter, in 28 Sprachen übersetzter Autor unter anderem von großen Biographien über Friedrich Nietzsche und Friedrich Schiller sowie eines umfangreichen Bestsellers über die Romantik. Zehn Jahre lang moderierte er gemeinsam mit Peter Sloterdijk im ZDF die Gesprächssendung Das Philosophische Quartett. Über seine Tätigkeit als Buchautor in einer schnellebigen Zeit sagt er: »Meine Bücher sind einem größeren Zeithorizont verpflichtet. Das ist eine philosophische und literarische Tätigkeit, die naturgemäß auch etwas gegen den Zeitgeist der Schnelligkeit steht. Es verhält sich damit wie mit dem Rotwein.«

Rüdiger Safranski liest aus seinem neuen Buch und spricht mit Manfred Osten, Jurist, Diplomat, Autor, feinsinniger Moderator sowie Kenner und geistreicher Kritiker des hektischen und unsteten Zeitgeistes.