Die Somnambule oder
Des Staatskanzlers Tod

Die Geschichte einer ungewöhnlichen Liebe von Günter de Bruyn

Fürst von Hardenberg zum 200. Todestag
gelesen von Manfred Zapatka

eingerichtet von Gerhard Ahrens

Karl August von Hardenberg, als preußischer Staatskanzler einer der angesehensten Männer seiner Zeit, beschäftigte sich mit dem Animalischen Magnetismus – einer zu jener Zeit in Mode befindlichen Heilmethode. Hardenberg trifft 1816 im Dämmerlicht einer Arztpraxis eine junge Frau, die Vorzeigepatientin Friederike Hähnel, an der das merkwürdige Heilverfahren mittels magnetischer Hypnose ausprobiert wird, und verliebt sich in sie.

In seinem Roman erzählt Günter de Bruyn die Geschichte dieser ungewöhnlichen Liebe und entführt dabei in das Spannungsfeld einer ganzen Epoche. Es geht um Machtkämpfe und Affären, um Romantik und Restauration. Vor allem aber geht es um die letzten, bewegten Lebensjahre eines Staatsmannes, der für seine junge Geliebte eine Scheinehe mit einem anderen arrangiert, als Reformpolitiker zunehmend an Macht verliert und in einer Mischung aus Faszination und Esoterik der Mode des Magnetismus unterliegt. In diesem beziehungsreich gearbeiteten Zeitmosaik greift de Bruyn weit aus, bis zur Psychoanalyse, als deren Vorläufer der künstlich erzeugte Somnambulismus aufscheint. Ein Meisterwerk historischer Erzählkunst.

In seiner schauspielerischen Arbeit gelingt es Manfred Zapatka, die Motive seiner Figuren überzeugend darzustellen und so einen Einblick in deren innere Logik zu gewähren. Zapatka arbeitete mit bedeutenden Theaterregisseuren zusammen, darunter Claus Peymann und Thomas Langhoff. Für mehr als zwanzig Jahre war er an den Münchner Kammerspielen einer der Protagonisten des Theaters von Dieter Dorn und später 10 Jahre am Residenztheater München engagiert. Er wirkte unter anderem in Filmen von Frank Beyer, Heinrich Breloer, Romuald Karmakar und Dieter Wedel mit.