Der Intrigantenstadl

Politiker zwischen Macht, Gewissen und Karriere

Jakob Augstein und Harald Martenstein
im Gespräch mit Christine Eichel

Politik war immer schon ein Balanceakt zwischen Macht und Moral, Karriere und Verantwortung. In der Mediengesellschaft stellen sich jedoch neue Fragen: Wie wichtig ist das Image eines Politikers? Wie weit reicht die Personalisierung von Politik? Welche Strategien werden entwickelt, um Wähler zu gewinnen und Inhalte zu kommunizieren? Welche Rolle spielen Skandale für die Wahrnehmung von Politik? Hat der Begriff politischer Moral in diesem Spielfeld überhaupt eine Bedeutung? Beispiele wie Christian Wulff oder Karl-Theodor zu Guttenberg zeigen die starke Wechselwirkung zwischen veröffentlichter Meinung und ethischem Empfinden bei der Bewertung politischer Moral. Muß dieser Begriff womöglich neu definiert werden?

Über diese Fragen sprechen Jakob Augstein und Harald Martenstein mit Christine Eichel, Schriftstellerin und Journalistin, lange Jahre Ressortleiterin bei Cicero und Focus und Moderatorin für Sender wie NDR und arte. Der Journalist und Verleger Jakob Augstein ist seit 2008 Chefredakteur der Wochenzeitung Der Freitag. Für Phoenix entwickelte und gestaltete er bis 2013 das Format Augstein und Blome. 2012 erschien sein Buch Die Tage des Gärtners. Vom Glück, im Freien zu sein, 2013 das Buch Sabotage. Warum wir uns zwischen Demokratie und Kapitalismus entscheiden müssen. Harald Martenstein ist Leitender Redakteur beim Tagesspiegel, Romanautor und gefragter Kolumnist in verschiedenen überregionalen Publikationen. Seine ebenso hellsichtigen wie ironischen Kommentare zu politischen und gesellschaftlichen Themen lösen regelmäßig kontroverse Debatten aus, die nicht selten an die sprichwörtlichen »getroffenen Hunde« erinnern.