Das Gürteltier kam
nachts um vier

Bilder und Verse
von Wolfgang Utzt

„Den Löwen hört man furchtbar brüllen, wenn es nicht geht nach seinem Willen.“ Und wie sieht es aus, wenn Faultiere zur Olympiade gehen und Hühner zum Schönheitswettbewerb? Was macht das Gürteltier nachts um vier?

An einem nebligen Oderbruch-Novembertag hat Wolfgang Utzt angefangen, sich solche Fragen zu überlegen und die Antworten darauf zu reimen und zu zeichnen. Eigentlich sollten es nur ein paar Bilder für seine kleine Enkelin werden, aber bald war es ein ganzes Buch. Vor kurzem hat es der Verlag für Berlin-Brandenburg herausgebracht, auf Schloss Neuhardenberg sind nun die Originalzeichnungen in einer Ausstellung zu sehen – Frösche, die Trompete spielen, und Wölfe, die Schäfchen zählen, Krokodile auf Stelzen und Bären beim Ball.

Wolfgang Utzt, 1941 in Senftenberg geboren, war einer der großen Maskenbildner im deutschsprachigen Theater. 1979 wurde er Chefmaskenbildner am Deutschen Theater Berlin. Er arbeitete mit Regisseuren wie Heiner Müller, Thomas Langhoff, Frank Castorf, Hans Neuenfels, Robert Wilson, Friedo Solter und Alexander Lang zusammen. Und irgendwie geht es auch in seinem Bilderbuch um Masken, um große Gefühle wie Eitelkeit und Größenwahn, Ehrgeiz und Wut, Glück und Zuversicht, die man lieber zeigen soll, als sie hinter einer Maske zu verstecken.