Branford Marsalis – Saxophon Solo
Als Branford Marsalis am 5. Oktober 2012 mit seinem Saxophon die Bühne der Grace Cathedral in San Francisco betrat, hatte er eine der wenigen Herausforderungen angenommen, die einen Meister wie ihn noch beeindrucken können: einen Abend als Saxophonist komplett allein zu gestalten. Diesem Wagnis verdankt sich ein Konzertereignis, dessen Mitschnitt das eindrucksvolle Können eines außergewöhnlichen Musikers bezeugt.
Neben Vater Ellis und Bruder Wynton ist Branford Marsalis der prominenteste Sproß einer bekannten Musikerdynastie aus New Orleans. Sein Engagement reicht von Jazz, Blues und Funk bis zu klassischen Musikprojekten. Darüber hinaus arbeitet er als Schauspieler, Filmregisseur und Komponist. Zu den Musikerkollegen, die seine Virtuosität und seinen Ideenreichtum zu schätzen wußten und wissen, gehören nicht nur Jazzgrößen wie Miles Davis, Dizzy Gillespie, Herbie Hancock und Sonny Rollins, sondern auch Künstler wie Sting, James Taylor, Tina Turner und Grateful Dead.
In seinem Soloprogramm schöpft Branford Marsalis aus einem ungeheuren Fundus an Erfahrung und musikalischem Gespür. Neben eigenen Melodien erklingen bekannte Jazzkompositionen sowie eine Barock-Sonate. »Natürlich gibt es einen Unterschied, ob du in einer großen Konzerthalle oder in einer Dorfkirche spielst. Ich liebe beides«, sagt Marsalis. Doch in einem bleibt sich die Musik immer gleich: Sie ist bei aller Brillanz und Virtuosität kompromißlos zugänglich und emotional, klar strukturiert und von geradezu bekenntnishafter Schönheit.