Anne-Marie die Schönheit

Schauspiel von Yasmina Reza
mit Robert Hunger-Bühler

Übersetzung:
Frank Heibert, Hinrich Schmidt-Henkel
Regie: Peter Carp
Bühnenbild: Kaspar Zwimpfer
Kostüme: Gabriele Rupprecht

Eine Produktion des Theaters Freiburg

Anne-Marie die Schönheit, das neueste Stück von Yasmina Reza, ist ganz gegen ihre Gewohnheit, ein Monolog. Doch auch mit diesem ebenso berührenden wie komischen Text zeigt sich die Erfolgsautorin Yasmina Reza in Bestform und spielt wieder ihre große Stärke aus: kluge, fast mitleidlose Beobachtung, gepaart mit Empathie und einem zärtlichen Blick für Sehnsüchte und Unvollkommenheiten ihrer Figuren.
Die gealterte Schauspielerin Anne-Marie blickt auf ihr Leben zurück: aufgewachsen in einer Arbeiterfamilie in der französischen Provinz, ihr Schauspielerinnendasein an einem Pariser Vorstadttheater, ihre langweilige Ehe und ihre peinlichen Liebhaber. Im Gegensatz zu ihrer erfolgreichen und von ihr bewunderten Schauspielkollegin Giselle, war Anne-Marie nie eine Schönheit, keine Diva, sondern eine jener vielen kleinen Schauspielerinnen, deren Namen in Vergessenheit geraten. Doch mit dem schönen Schein des Theaters fand sie eine Gegenwelt zu ihrer sonst freudlosen Lebenswirklichkeit, von der sie noch heute zehrt. „Es heißt, die glücklichsten Leben sind diejenigen, in denen nicht viel passiert. Ich hatte ein glückliches Leben.“

Der besondere Clou von Anne-Marie die Schönheit ist die Besetzung der Titelfigur mit einem Mann, „aus Gründen der Distanz und Allgemeingültigkeit“, wie die Autorin vermerkt. In der deutschen Erstaufführung in der Regie von Peter Carp, wird Anne-Marie vom Schweizer Ausnahmeschauspieler Robert Hunger-Bühler gespielt – bekannt u. a. als Mephisto in Peter Steins legendärem Faust. Er hat an allen großen deutschen Theatern gespielt, dazu in zahlreichen Folgen von Tatort und ist eine feste Figur im Zürich-Krimi als Rechtsanwalt und Freund der Hauptfigur „Borchert“.