Marx in Soho

Schauspiel

von Howard Zinn
mit Boris Aljinovic als Karl Marx
aus dem Amerikanischen von Heide Sommer
Regie: Bernd Kauffmann

Karl Marx feiert seinen 200. Geburtstag. Angeblich ist er ja seit langem tot, aber nun ist er da, tot und zugleich nicht tot, als ein Stück Dialektik für die Lebenden. Und er steht fassungslos vor der Blindwütigkeit, mit der man seinen „Histomat“ und „Diamat“ zugerichtet hat und mit der sich die „Realsozialisten“ die „philosophische DNA“ seines Werks pragmatisch zurechtgebogen haben. Eine Stunde nur darf er nachsehen, was aus seinem Kapital geworden ist, und aus dem Kommunistischen Manifest. Heute sieht er manche Dinge anders, er weiß, wo er irrte und wo er Recht behielt. Er bestaunt die Marktwirtschaft, die Religion, die er „Opium des Volkes“ nannte – und nicht, wie es Lenin falsch zitierte, Opium für das Volk.

Marx spricht nicht mehr von Kapitalismus und Sozialismus, sondern davon, wie der Reichtum der Erde für alle Menschen genutzt werden kann. Man gebe den Menschen, was sie brauchen: Nahrung, Medizin, saubere Luft, reines Wasser, Bäume und Gras, ein freundliches Heim, einige Stunden Arbeit am Tag und ein paar mehr Stunden der Muße.

Howard Zinn war ein amerikanischer Historiker; sein bekanntestes Buch A People’s History of the United States ist eine Schilderung der Entwicklung der USA aus der Perspektive der Menschen außerhalb des Establishments. Der Monolog Marx in Soho erschien 1999, als mit Francis Fukuyamas These vom „Ende der Geschichte“ die Ideen von Marx gerade wieder einmal besonders „totgesagt“ waren. Marx verschlägt es darin aus dem Jenseits versehentlich nicht ins Londoner, sondern ins New Yorker Soho. Im eindringlichen und berührenden Gespräch mit dem Publikum bekennt er seine Irrtümer und erweist sich noch immer als ein Denker, dem die Ungerechtigkeit unter den Menschen den tiefsten Schmerz bereitet.

Aufführungsrechte: Howard Zinn Revocable Trust

Marx in Soho

Schauspiel

  • Samstag, 28.04.2018
  • 18 Uhr
  • Großer Saal

Eintritt

€ 18,- / ermäßigt € 14,-

Eine Produktion der Movimentos Festwochen der Autostadt in Wolfsburg

Vorverkauf

telefonisch unter
033476 600-750

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