Die große Wanderung

Lesung

Dreiunddreißig Markierungen

 

Peter Lohmeyer liest Hans Magnus Enzensberger

eingerichtet von Gerhard Ahrens

Globalisierung bedeutet universelle Mobilität. Sie begünstigt nicht nur wirtschaftliches Handeln, sondern auch einen anderen, sehr alten Vorgang: Geraten Menschen in Not, dann tun sie sich zusammen und gehen auf die Suche nach einem Platz, an dem es sich besser leben lässt. Musste man früher Hügel um Hügel ersteigen, um ein wenig Ausblick zu gewinnen, so genügt es heute, ins Internet zu schauen, um zu sehen, wo das bessere Leben auf den Wanderer warten könnte. Hans Magnus Enzensberger nennt diese Vorgänge „anthropologische Konstanten“, und zwar sowohl die Wanderungen als auch die Reaktionen der jeweils sesshaften Kollektive, die sich gern als „Urbevölkerung“ mit „angestammten Rechten“ betrachten. So entsteht der Begriff der Fremden, die allerdings sind „umso fremder, je ärmer sie sind“. Doch schon ein flüchtiger Blick in einen Geschichtsatlas zeigt, dass auch die Vorstellung von einer schon ewig bestehenden deutschen Nation „höchst abwegig ist“. Die Geschichte lehrt, dass der zunächst Fremde sich schon bald als Teil der Angestammten betrachten wird.

Peter Lohmeyer spielte u. a. an den Theatern in Bochum, Stuttgart, Düsseldorf, Hamburg und am Berliner Schillertheater. Außerdem ist er in einer Vielzahl von Produktionen für Kino und Fernsehen zu sehen, u. a. in Sönke Wortmanns Film Das Wunder von Bern (2003). Seit 2013 steht Peter Lohmeyer im Jedermann bei den Salzburger Festspielen auf der Bühne.

Die große Wanderung

Lesung

  • Sonntag, 23.10.2016
  • 17 Uhr
  • Großer Saal

Eintritt
€ 15,- / ermäßigt € 11,-

in Zusammenarbeit mit den
Movimentos Festwochen
der Autostadt in Wolfsburg

Vorverkauf

Für die Veranstaltungen
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