Die Begegnung im Brief

Lesung

Ulrich Matthes liest aus
Franz Kafkas Korrespondenz

eingerichtet von Gerhard Ahrens

„Du weißt, ein Brief ist wie ein Leithammel, gleich zieht er zwanzig Schafbriefe nach“, teilt der 20-jährige Franz Kafka 1902 seinem Schulfreund Oskar Pollak mit. Und ein paar Jahre später schreibt er an seine Jugendliebe Hedwig Weiler: „Wie wenig nützt die Begegnung im Brief, es ist wie ein Plätschern am Ufer zweier durch eine See Getrennter. Über die vielen Abhänge aller Buchstaben ist die Feder geglitten und es ist zu Ende, es ist kühl und ich muss in mein leeres Bett.“

Briefe zu schreiben, Briefe zu lesen, Briefe zu kommentieren und über Briefe nachzudenken ist eine Hauptbeschäftigung Franz Kafkas. Er formuliert sie sorgfältig, korrigiert sie wie literarische Manuskripte, flicht umfassende erzählerische Episoden ein, die weit über Korrespondenz hinausgehen, schreibt sie seitenweise in sein Tagebuch ab. Rund 1.500 Briefe Kafkas sind erhalten und geben ein beredtes und umfassendes Zeugnis von seinem Leben.

Aus Franz Kafkas Briefen liest Ulrich Matthes, der 2008 mit Kafkas großem, niemals abgeschicktem Brief an den Vater das Neuhardenberger Publikum sehr beeindruckte. Ulrich Matthes ist seit 2004 Ensemblemitglied am Deutschen Theater Berlin. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Gertrud-Eysoldt-Ring, den Theaterpreis Berlin der Stiftung Preußische Seehandlung, wurde zweimal Schauspieler des Jahres, erhielt den FAUST Theaterpreis, den Adolf-Grimme-Preis und eine Goldene Kamera als Bester Schauspieler national. Seit 2012 ist er Direktor der Sektion Darstellende Kunst der Akademie der Künste Berlin.

Die Begegnung im Brief

Lesung

  • Sonntag, 29.10.2017
  • 17 Uhr
  • Großer Saal

Eintritt
€ 15,- / ermäßigt € 11,-

präsentiert von
radioeins (rbb)

Vorverkauf

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