FAKT

FAKT - Office for Architecture wurde 2013 in Berlin gegründet. Die drei Architekten – Sebastian Kern, Martin Tessarz und Jonas Tratz – beschäftigen sich mit gestalterischen Fragestellungen vom architektonischen Objekt bis hin zu urbanistischen Projekten ebenso wie mit akademischen Aufgaben. In seiner Arbeit sucht FAKT nach präzisen Antworten, die Projektfindung wird begleitet von einem Nachdenken über System, Innovation und Identität.

Ohne Titel (2020/2021)

Skulptur aus Aluminium, 5 x 5 x 0,2 m 

Eine leichte Struktur schwebt scheinbar schwerelos über dem Erdboden. Pflanzen wachsen darunter, daran und auch hindurch. Als leichter Filter erlaubt das schimmernde und durchlässige Deck sowohl Regen als auch Licht den Erdboden zu erreichen – eine neue Art von Terrasse als minimal-invasiver Aufenthaltsort inmitten dichter Natur.

Weder eindeutig manifestierte Architektur noch unberührte Pflanzenwelt: Als 1:1-Prototyp eines für die Villa Almone in Rom geplanten Decks spielt die Struktur mit Fragen einer anderen Art der Architektur, einer filigranen Überlagerung, die eine Gleichzeitigkeit zulässt, den Raum sowohl programmiert und nutzbar macht, aber dennoch nicht komplett überschreibt. Ein anderer, ein aufmerksamer und bedächtiger Umgang mit dem Vorhandenen, Erhalt natürlicher Ressourcen und ein Fortschreiben der gefundenen Qualitäten als neues räumliches Erlebnis.

Entwickelt für einen Standort im Südosten des Parks der Villa Almone – der Residenz des Deutschen Botschafters in Rom – ergänzt die in Aluminium gedachte Leichtbaustruktur ein kleines, verfallenes Nebengebäude im hinteren Gartenteil, das durch seinen Leerstand in einer geschützten Parkanlage einmalige Möglichkeiten einer neuen programmatischen Bespielung bietet. Das vorgefundene, schlichte Nutzgebäude kann hier, von späteren Anbauten befreit, als roher Raum zu einem gemeinsamen Ort der deutsch-römischen Kulturinstitutionen werden. Erweitert um ein ephemeres Deck als Bühne und experimentelle Pflanzbereiche, bietet diese «Gartengalerie» ganzjährig verschiedenste kulturelle Nutzungen an: ein neuer öffentlicher Ort in einem umschlossenen Park.

Im Schlosspark von Neuhardenberg wird erstmals ein Prototyp des ephemeren Decks der römischen Gartengalerie gezeigt. Als Sinnbild des Vergänglichen und modellhaft für eine nur minimale Überlagerung der Natur ist er für den Besucher unzugänglich aber sichtbar auf der Insel am Wehr präsentiert.

  • Villa Massimo zu Gast auf Schloss Neuhardenberg

    Villa Massimo zu Gast auf Schloss Neuhardenberg

    Die Trägerinnen und Träger des renommierten Rompreises des Jahrgangs 2019/2020 präsentieren Arbeiten in einer Ausstellung, in Leseperformances und in Konzerten vom 4. September bis 31. Oktober.

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