Neuhardenberger Exkursionen
Die beschriebenen Exkursionen verstehen sich als Anregungen. Gerne stellen wir Ihnen individuelle Touren zusammen. Für eine Radwanderung stehen Ihnen während Ihres Aufenthaltes Fahrräder zur Verfügung.
Auf den Spuren Theodor Fontanes und Bertolt Brechts
Fontanes Reisefeuilletons legen Spuren durch die Mark Brandenburg; bis heute laden sie ein, dem großen Wanderer zu folgen. Auch die Umgebung von Neuhardenberg bietet zahlreiche Ziele, die einen Besuch wert sind.
Nach einer Schloss- und Kirchenführung in Neuhardenberg geht die Reise nach Kunersdorf, das im 18. Jahrhundert durch Charlotte Helene von Itzenplitz zu einem wahren Musensitz der Mark avancierte. Das Erbbegräbnis der Familie von Lestwitz-Itzenplitz auf dem Kunersdorfer Friedhof zeigt architektonische Kleinode des preußischen Klassizismus.
Nächste Station dieser ›Wanderung‹ ist Möglin – im dortigen Gutshaus, dessen Ursprünge auf das 16. Jahrhundert zurückgehen, erinnert eine Ausstellung an Albrecht Daniel Thaer, den Begründer der modernen Agrarwissenschaft.
Besonders reizvoll ist die anschließende Weiterfahrt nach Buckow, der ›Perle der Märkischen Schweiz‹, an der fast 100 Jahre nach Fontanes Besuch auch ein anderer großer deutscher Schriftsteller Gefallen fand: Bertolt Brecht. Die in malerischer Lage am Schermützelsee gelegene heutige Gedenkstätte im ehemaligen Sommerhaus des Lyrikers und Dramatikers zeigt Möbel, Fotografien und andere Originale und erlaubt einen Einblick in das Leben von Helene Weigel und Bertolt Brecht, die hier seit den 50er Jahren ihre Sommerfrische verbrachten. Der Karren der Mutter Courage aus der berühmten Inszenierung am Berliner Ensemble ist im Bootshaus zu besichtigen.
Dauer: circa füf Stunden
Das Oderbruch im Spiel der Mächte
Durch seine geographische Situation ist das Oderbruch häufig im Fadenkreuz des politischen Mächtespiels gewesen. Zahlreiche Orte und Gedenkstätten legen davon bis heute Zeugnis ab. Die Fahrt führt zunächst in das nahegelegene Seelow.
Die Stadt entstand aus einer Ansiedlung an der Kreuzung alter Handelsstraßen und entwickelte sich insbesondere seit der Verlegung des Oderlaufs durch Friedrich den Großen zu einem beschaulichen Ackerstädtchen. Die Apriltage des Jahres 1945 bedeuteten für die heutige Kreisstadt der Region Märkisch-Oderland eine Zäsur. Unmittelbar am Seelower Höhenzug fand die entscheidende Schlacht des Zweiten Weltkrieges statt, die zur erheblichen Zerstörung der Stadt führte. Die Gedenkstätte Seelower Höhen erinnert eindrucksvoll an die letzten grausamen Schlachttage des Krieges, an die Vorbereitungen der Roten Armee auf die Eroberung Berlins, die Verteidigung der deutschen Wehrmacht, den Schlachtverlauf sowie das Schicksal der Soldaten und der Zivilbevölkerung. Es besteht die Möglichkeit einer Führung durch die Außenanlagen.
Fort Gorgast ist die nächste Station dieser Exkursion. Der mit Erdreich bedeckte und von einem Wassergraben umgebene Ziegelbau war eine der vier Außenfestungen Küstrins, das heutige Kostrzyn, wenige Kilometer nur über die Grenze zu Polen hinweg. Die Stadt blieb im historischen Gedächtnis, weil Friedrich der Große dort als Kronprinz der Hinrichtung seines Freundes Katte hatte zusehen müssen. Die Altstadt in der am Zusammenfluß von Oder und Warthe gelegenen Festung wurde 1945 vollständig zerstört. Nur wenige Reste sind bis heute erhalten. Fort Gorgast stand bis 1989 im Zeichen militärischer Nutzung. Heute sind dort neben einer Dauerausstellung wechselnde Kunstausstellungen zu sehen. Eine Führung durch das Fort wird angeboten. Bei der Rückfahrt durch das Oderbruch wird Ihnen ein Einblick in die wechselvolle Geschichte dieser historischen Kulturlandschaft gegeben.
Dauer: circa vier Stunden
Kunst und Geschichte in Märkisch-Oderland
Die Mark Brandenburg ist einer der am reichsten mit Schlössern, Guts- und Herrenhäusern gesegneten Landstriche. Bis heute ist der Atem dieser vergangenen Zeit spürbar, auch wenn inzwischen aus den altadligen Gütern vielfach Museen, Gedenkstätten, Tagungszentren und Hotels geworden sind.
Reist man von Neuhardenberg in Richtung Süden, so erreicht man nach wenigen Kilometern Wulkow, wo der berühmte Generalfeldmarschall Derfflinger einst Schlossherr war. Von dort aus sind es nur wenige Minuten bis Trebnitz. Das sorgsam restaurierte Schloss bietet inzwischen einer internationalen Jugendbildungsstätte Raum.
Über Jahnsfelde, den ehemaligen Sitz der Familie von Pfuel, erreicht man das Dorf Lietzen mit seiner Komturei, die ebenfalls zur Standesherrschaft Neuhardenberg gehörte und heute wieder von Mitgliedern der Familie Hardenberg bewohnt und bewirtschaftet wird. Die Komtureikirche und der aus dem 14.Jahrhundert stammende Feldsteinspeicher lohnen einen Besuch. Teil des Programms ist eine einstündige Führung über den Gutshof mit einer Besichtigung der Kirche.
Der Ausflug führt weiter über Dolgelin nach Friedersdorf, einen der ehemals bedeutendsten Adelssitze der Region. Zwischen 1682 und 1945 im Eigentum der Familie von der Marwitz, bewirtschaften deren Nachkommen die alten Besitzungen seit wenigen Jahren wieder. Hier schließt sich ein Besuch des »Kunstspeichers« an. Das Anfang der zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts errichtete Speichergebäude beherbergt heute eine Ausstellung zur Geschichte des Ortes und einen Kunstgewerbeladen. Darüber hinaus finden hier wechselnde Kunstausstellungen statt. Im Erdgeschoß lädt ein rustikal eingerichtetes Café zum Verweilen ein. Während einer einstündigen Führung wird die Geschichte und die heutige Nutzung des Gebäudes erläutert.
Dauer: circa fünf Stunden
Kloster Chorin und Schiffshebewerk Niederfinow
Die Route dieser Exkursion führt an den Städten Wriezen, Bad Freienwalde und Eberswalde vorbei. Auf der Fahrt erfahren Sie Wissenswertes über die wechselvolle Geschichte der Kulturlandschaft des Barnim, die im Westen das Oderbruch und die Märkische Schweiz begrenzt.
Das Ziel der Reise liegt malerisch und abgeschieden zwischen Wäldern und Seen: Kloster Chorin, eines der bedeutendsten Baudenkmäler Brandenburgs. Der prächtige Schaugiebel im Westen der Klosterkirche ist ein Meisterwerk norddeutscher Backsteingotik und gehört zu den Wahrzeichen des Bundeslandes. Das ehemalige Zisterzienserkloster, 1258 gestiftet und 1542 aufgelöst, wurde im Dreißigjährigen Krieg stark beschädigt und diente später sogar als Viehstall und Steinbruch. Vor allem Karl Friedrich Schinkel ist es zu verdanken, daß die einmalige Anlage als romantische Ruine der Nachwelt erhalten geblieben ist. Das Umfeld wurde von Peter Joseph Lenné gestaltet.
Die etwa einstündige Führung macht mit der Geschichte sowie den großen und kleinen Kostbarkeiten der Klosteranlage vertraut. Darüber hinaus vermittelt sie einen Eindruck vom damaligen Leben der Mönche.
Die Rückfahrt führt an einem der eindrucksvollsten technischen Denkmäler des Industriezeitalters in Deutschland vorbei. Die gigantische Stahlkonstruktion des Schiffshebewerks Niederfinow wurde während der Weltwirtschaftskrise der späten zwanziger Jahre errichtet. Noch heute ist die imposante Ingenieurs- leistung in Betrieb. Aus 8.000 Tonnen Stahl wurde hier in siebenjähriger Bauzeit für 27,5 Millionen Reichsmark ein eleganter Fahrstuhl für Schiffe zusammen- geschmiedet. 36 Meter Höhenunterschied zwischen der Oder und dem Oder-Havel-Kanal können in einem einzigen Hubvorgang von nur fünf Minuten Dauer überwunden werden. In einem riesigen, 85 Meter langen Trog, der von 256 Seilen gehalten wird, werden die Schiffe schwimmend von einer Stufe auf die andere befördert.
Eine besondere Attraktion ist die Fahrt durch das Schiffshebewerk. Während der insgesamt zwanzigminütigen Schleusung werden Ihnen alle technischen Besonderheiten erläutert. Während der Rückfahrt nach Neuhardenberg bietet sich ein herrlicher Blick auf die Kurstadt Bad Freienwalde. »Hübsches Wort für hübschen Ort« wie Fontane schon damals über einen der ältesten Kur- und Badeorte der Mark befand.
Dauer: circa fünf Stunden
Preise auf Anfrage
