Schlossensemble

Das Ensemble von Schloss Neuhardenberg stellt eine homogene architektonische Einheit dar. Sie ist geprägt von der zurückhaltenden Eleganz der klassizistischen Gebäude, der Harmonie und Weite des Landschaftsparks und den einladenden Refugien aus Gastronomie, Hotel und Veranstaltungsräumen.

Alles wurde von 1997 bis 2001 sensibel restauriert und in enger Anlehnung an die vorhandene Bebauung um einzelne Baukörper ergänzt.

Schloss

Sowohl von der Anger- bzw. Hofseite als auch vom Park aus bildet das Schloss von Neuhardenberg den Hauptbezugspunkt der Gesamtanlage. Insbesondere vom Schlosshof aus lässt sich die architektonische Wirkung des dreiflügeligen Gebäudes gut erfassen.

Die Baugeschichte des Schlosses beginnt in den 1690er Jahren, als sich der Ort, der damals noch Quilitz hieß, im Besitz des Markgrafen Albrecht Friedrich von Brandenburg befand. Er plante den Bau eines Herrschaftshauses, kam aber nicht über das Kellergeschoss hinaus.

Erst Joachim Bernhard von Prittwitz vollendete von 1785 bis 1790 das Schloss als eingeschossiges Gebäude mit mächtigem Mansarddach, imposantem Mittelrisaliten und figurengekrönter Attika. Äußerlich war es dem Stil des Barock verpflichtet. Im Inneren jedoch zeigten sich bereits frühklassische Elemente, und es ist dem preußischen Baumeister Karl Friedrich Schinkel zu verdanken, dass…

…Teile dieser gelungenen Raumgestaltung bis heute unverändert zu erleben sind.

Denn es war dieser bedeutende Vertreter des Klassizismus, der von Karl August Fürst von Hardenberg 1817 beauftragt wurde, das Schloss in ein Palais umzugestalten, und er war es auch, der dazu riet, zwei Räume in der Mittelachse des Hauses in ihrer architektonischen Schönheit zu erhalten und aus den das ganze übrige Schloss umfassenden Umbaumaßnahmen auszunehmen. Im Übrigen und insbesondere im äußeren Erscheinungsbild verlieh Schinkel dem Gebäude eine völlig neue klassizistische Gliederung und Gestaltung. Es ist anzunehmen, dass Schinkel auch Einfluss auf die Inneneinrichtung nahm und möglicherweise sogar Mobiliar dafür entwarf. Von der Ausstattung, zu der auch die Bibliothek des Staatskanzlers von Hardenberg sowie seine legendäre Kunstsammlung gehörten, ist jedoch so gut wie nichts mehr vorhanden.

Der Haupteingang, über dem seit 1852 in einem Dreiecksgiebel die Inschrift »GRATIA REGIS« (Dank des Königs) angebracht ist, führt den Besucher vom Hof unmittelbar in den erwähnten frühklassischen Bereich, der noch aus der Bauzeit des Schlosses erhalten geblieben ist. Zunächst betritt man das Vestibül mit reichen Stuckdekorationen. Auf Konsolen sind Büsten unter anderem von Sokrates, Homer, Cicero und Ganymed zu sehen, ein Geschenk der Sparkasse Märkisch-Oderland zur feierlichen Wiedereröffnung des Schlosses. Der Mittelachse des Schlosses folgend, gelangt man in den repräsentativen Gartensaal, durch dessen drei Fenster sich der Blick weit in den Landschaftspark öffnet. Den Wandschmuck bilden neben Reliefmedaillons einige Musikinstrumente und Trophäengehänge. Rechts schließt sich an den Gartensaal der Salon Bülow an, der in die Bibliothek überleitet. Diese umfasste einst rund 16.000 Bände, von denen heute 6.000 zur Sammlung der Zentral- und Landesbibliothek Berlin gehören. Wie die meisten übrigen Räume wurde auch der Salon Bülow nach einer Familie benannt, die mit der Familie des Staatskanzlers von Hardenberg verwandtschaftlich verbunden ist. Im Reventlow-Zimmer, das das Erdgeschoss an der östlichen Seite abschließt, gehen zwei original erhaltene Paneele des Zeitzer Künstlers Ernst Lößnitz (1866-1933), eine Leihgabe der gräflichen Familie, eine Kontrastbeziehung zu den beiden modernen Gemälden der Künstlerin Sabine Funke (Karlsruhe) ein. Dies ist ein Beispiel für das Kunstkonzept des gesamten Schlosses, in dem konsequent die Verbindung von historisch überlieferten Elementen und zeitgenössischer Kunst gesucht wurde. Die Farbgebung sämtlicher Räume fügt sich zu einem einheitlichen Ganzen und folgt einem Farbkonzept, mit dem das klassizistische Vorbild neu interpretiert wurde.

Der größte Raum des Hauses befindet sich im Obergeschoss: der Hardenbergsaal mit einem großen Konferenztisch, an dem bis zu 40 Personen Platz finden. Er bildet das Zentrum des Tagungsgeschehens in Schloss Neuhardenberg. Den künstlerischen Rahmen des Saales bilden großformatige Linolschnitte des Münchner Künstlers Norbert Prangenberg. Weitere, eher intime Räume des Schlosses stehen ebenfalls für Tagungen und andere Veranstaltungen zur Verfügung. Ebenfalls im Obergeschoss befinden sich die beiden exklusiv ausgestatteten Suiten des Hotels.

Schlossbesichtigungen:
26. März bis 29. Oktober
sonntags 13-18 Uhr

Eintritt € 2,50

Schlossführungen:
26. März bis 29. Oktober
sonntags 13 Uhr, 14.30 Uhr
und 16 Uhr

Eintritt mit Führung: € 3,50

Nebengebäude

Neben dem Schloss gibt es eine Reihe von Nebengebäuden, die ursprünglich auf die Bautätigkeit von Bernhard von Prittwitz und seinem Sohn Friedrich Wilhelm zurückgehen. Der Vorplatz wird symmetrisch von zwei langgestreckten, eingeschossigen Gebäuden eingefasst, den sogenannten Kavaliershäusern aus der Zeit um 1775. Das Kavaliershaus West bildet zugleich die östliche Begrenzung des Hotels von Schloss Neuhardenberg und ist heute ein Zimmertrakt. Das Hotel ist ein Dreiseitenhof mit der zentral gelegenen Remise, die zum Haupthaus umgebaut wurde, und einem westlich angefügten Neubautrakt für weitere Zimmer. Vollendet wird die Hotelanlage durch einen Rundbau, der im Erdgeschoß den Frühstücksraum und im Untergeschoß Sauna und Dampfbad beherbergt.

Im Kavaliershaus Ost ist die Ständige Ausstellung zum Ort und zur Familie von Hardenberg zu besichtigen. Darüber hinaus…

…bietet es den Sonderausstellungen der Stiftung Raum und bildet die westliche Begrenzung eines sich anschließenden weiteren Hofes, der vierseitig bebaut ist. In der einstigen Brennerei des Gutes ist heute das gleichnamige Restaurant der Stiftung untergebracht. Östlich davon schließt sich der Große Saal an, ein Neubau, der für Veranstaltungen der Stiftung genutzt wird und bis zu 190 Personen fasst. Nach Süden wird dieser Hof abgeschlossen von der Orangerie, deren Entstehungszeit sich mit der des Herrenhauses decken dürfte. Hier findet sich heute das gleichnamige Restaurant.

Schinkel-Kirche

Die dem Schlossareal unmittelbar benachbarte Kirche von Neuhardenberg wurde in ihrer heutigen Form im Wesentlichen von Karl Friedrich Schinkel entworfen, der sich 1801 als junger Architekt mit Planungen für das schwer beschädigte barocke Vorgängergebäude befasste. Die Bauarbeiten begannen daher noch unter Prittwitzscher Verwaltung, wurden jedoch nach 1814 auf Betreiben des Fürsten von Hardenberg weitergeführt. Schinkel ließ eine Flachdecke einziehen, entwarf einen Turm mit flachem Kegeldach und gliederte und gestaltete den Innenraum neu. Am 31. Oktober 1817, dem 300. Jahrestag von Martin Luthers Thesenanschlag zu Wittenberg, wurde die Kirche feierlich eingeweiht.

Im Kirchenraum befindet sich eine höchst außergewöhnliche Seltenheit: das Herz des verstorbenen Staatskanzlers, das fünf Jahre nach Einweihung der Kirche in der Rückwand der Mensa seinen Platz fand und dort bis heute zu besichtigen ist.

Die 1924 von Carl-Hans Graf von Hardenberg anlässlich der Geburt seines Sohnes Friedrich-Carl gestiftete, zwischenzeitlich nicht mehr funktionstüchtige Orgel ist seit dem 4. Dezember 2004 durch die rekonstruierte große Buchholz-Orgel von 1817 ersetzt.

1998 wurde zur Erhaltung und Restaurierung der Kirche der Förderverein Schinkel-Kirche Neuhardenberg gegründet. Um die Renovierung des Innenraumes der Kirche zu finanzieren, vergibt der Freundeskreis Patenschaften für die Sterne der Deckenmalerei, die ein Werk Karl Friedrich Schinkels sind.

Im Einvernehmen mit der Kirchengemeinde wird die Schinkel-Kirche für Veranstaltungen der Stiftung Schloss Neuhardenberg genutzt, insbesondere für ihre Konzerte.

Besichtigungszeiten:
nur an Wochenenden 12–15 Uhr
(eingeschränkte Winteröffnungszeiten)

An Tagen, an denen Veranstaltungen der Stiftung Schloss Neuhardenberg stattfinden, bleibt die Kirche geschlossen.

Reisegruppen und Sternenpaten können mit Frau Silke Galle unter Telefon: 0173 – 5 88 86 28 gern einen Termin vereinbaren.

Wir bitten um Verständnis dafür, dass die Kirche an Tagen, an denen dort Veranstaltungen der Stiftung Schloss Neuhardenberg stattfinden, leider nicht besichtigt werden kann.

Park

Der nach Plänen von Peter Joseph Lenné durch Hermann Fürst von Pückler und John Adey Repton angelegte Landschaftspark ist mit der Schlossanlage eng verwoben und ein bedeutender künstlerischer Teil der Architektur. Mit seiner Wiederherstellung wurde im Zuge der Sanierung des Gesamtareals in den 1990er Jahren die Gartenarchitektin Adelheid von Schönborn beauftragt. Zu Recht gilt der Park als ein herausragender Bestandteil der märkischen Kulturlandschaft.

Ähnlich wie bei den historischen Gebäuden stellte sich bei der Sanierung des Parks die denkmalpflegerische Aufgabe, die ursprüngliche ästhetische Intention der Bau- bzw. Gartenkünstler wiederherzustellen. Es galt, unter Berücksichtigung des Naturschutzes, die einst gemäldehaft aneinandergefügten räumlichen Zusammenhänge wieder erlebbar zu machen.

Bei einem Rundgang durch den Park erschließen sich immer wieder Sichtbeziehungen, in denen das Schlossgebäude, aber auch andere Fixpunkte und Landschaftsmarkierungen eine Rolle spielen. Eine davon ist das erste Denkmal, das für Friedrich den Großen geschaffen wurde. Das Kunstwerk stammt von dem Luccheser Bildhauer Giuseppe Martini. Es zeigt den Kriegsgott Mars und Minerva, die Göttin der Künste und der Wissenschaft, an einer Säule mit aufgestellter Urne in Trauer um den verstorbenen König. Joachim Bernhard von Prittwitz ließ es 1792 errichten. 2012/2013 wurde es umfassend restauriert.

Für das große Engagement bei der Instandsetzung der historischen Anlage, die hohe Qualität der Gartendenkmalpflege und die beispielhafte, sinnvolle Nutzung wurde der Schlosspark Neuhardenberg 2004 von einer unabhängigen Jury als »Deutschlands schönster Park« ausgezeichnet.