Bilderstreit – Die Debatte um die Kunst aus der DDR
mit Eduard Beaucamp, Heinz Bude, Friedrich Dieckmann, Joachim Fischer, Eckhart Gillen, Werner Hofmann, Uwe Lehmann-Brauns, Ellena Olsen, Achim Preiß, Gisela Schirmer und Rüdiger Thomas
Konzeption: Paul Kaiser und Karl-Siegbert Rehberg
und eine Ausstellung von Moritz Götze (1.–3. August 2003)
Sonnabend 02.08.2003, 10:00 Uhr Großer Saal
Eintritt: € 10.- / ermäßigt € 7.50
Veranstalter: DFG-Sonderforschungsbereich 537 »Institutionalität und Geschichtlichkeit« an der Technischen Universität Dresden und Stiftung Schloss Neuhardenberg
Nach dem Fall der Mauer 1989 gestaltete sich das »Zusammenwachsen« der beiden deutschen Staaten schwieriger, als die meisten in der Euphorie des Auf- und Umbruchs geglaubt hatten. Der bald einsetzende »Bilderstreit« spiegelte zum einen die Bedeutung der Künste in der DDR, zum anderen die erbitterten Gegnerschaften zwischen jenen, die den »Arbeiter- und Bauernstaat« verlassen hatten, und jenen, die geblieben waren. Strittig waren Ausstellungen, waren der Verbleib und die Präsentation von Kunstwerken aus DDR in den Museen und schließlich die Beteiligung der Künstler an neuen Auftragsprojekten und ihre Position im Kunstmarkt.
Nach der harschen Intonation durch Georg Baselitz im Jahr 1988 bezeichnete die 1999 in Weimar gezeigte Ausstellung »Aufstieg und Fall der Moderne« einen Höhepunkt der Kontroverse. Sie fand ihre Fortsetzung in der Debatte um die letztendlich abgesagte Werkschau Willi Sittes.
Bezeichnend ist, daß der »Bilderstreit« die bis heute markanteste intellektuell-künstlerische Debatte über die Wiedervereinigung und damit um die Entgegensetzungen der beiden deutschen Staaten zu sein scheint.
Grund genug, in Vorträgen und Debatten Hintergründe auszuleuchten, Chronologien neu zu sortieren, Zustände zu kommentieren, Perspektiven zu eröffnen. Künstler, Kunstvermittler und Kunstwissenschaftler, Publizisten und Kulturpolitiker sollen zur Sprache bringen, was auch im lautesten Streit manches Mal unartikuliert blieb.
Begleitet wird die dreitägige Konferenz von einer Ausstellung ausgewählter Werke des Hallenser Künstlers Moritz Götze, über den Christoph Tannert einmal schrieb: »Die Historienbilder, die Moritz Götze über die Zivilisationskluft von Deutschland Ost nach Deutschland West treibt, sind Stau-Stufen einer neuen Skepsiskultur, die in nie gekanntem Maße mit Blick zurück ohne Zorn über das Deutschsein nachdenkt, ohne mit Revanchisten und kalten Kriegern in einen Topf geworfen werden zu wollen.«
| 10 Uhr | »Blickachsen« | |
| Vortrag | Werner Hofmann (Hamburg)»Aufstieg und Absturz« | |
| Vortrag | Eduard Beaucamp (Frankfurt am Main)»Der Bilderstreit« | |
| Diskussion | Moderation: Rüdiger Thomas (Köln) | |
| 13.30 Uhr | »Ost-West-Perspektiven« | |
| Vortrag | Heinz Bude (Hamburg/Kassel)»Die Einwanderung des Tragischen in eine ironische Gesellschaft: Der Fall Georg Baselitz« | |
| Vortrag | Eckhart Gillen (Berlin)»Der Bilderstreit als innerostdeutscher Konflikt – am Beispiel der Debatte um die Beteiligung von Bernhard Heisig an der künstlerischen Ausgestaltung des Berliner Reichstages 1996« | |
| Statement | Uwe Lehmann-Brauns (Berlin) | |
| Diskussion | Moderation: Friedrich Dieckmann (Berlin) | |
| 16.00 Uhr | »Exemplarische Kontroversen« | |
| Vortrag | Achim Preiß (Weimar)»Bilderstreit und Bilderkampf: Die Ausstellung ›Aufstieg und Fall der Moderne‹ Weimar 1999« | |
| Statement | Ellena Olsen (Berlin) | |
| Vortrag | Gisela Schirmer (Osnabrück) »Zum Konflikt um die geplante Willi Sitte-Ausstellung im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg 2001« | |
| Statement | Paul Kaiser (Dresden) | |
| Diskussion | Moderation: Karl-Siegbert Rehberg (Dresden) | |
| 20.30 Uhr | »Hintergrundgeschichte(n)« | |
| Vortrag | Karl-Siegbert Rehberg (Dresden) »Bilderstreit als Medium der Feindsetzung: Geschichtsbewältigung und Geltungskünste im ›Kalten Krieg‹« | |
| Diskussion | Moderation: Joachim Fischer (Dresden) | |

