Karl August Fürst von Hardenberg
Karl August Freiherr, seit 1814 Fürst von Hardenberg wurde am 31. Mai 1750 in Essenrode (nahe Braunschweig) geboren. Sein Vater Christian Ludwig war Oberst im Hannoverschen Dienst. Die Hardenbergs gehörten zu den angesehenen reichen Feudalherren im Lande. Mit Beginn des Siebenjährigen Krieges siedelte die Familie Hardenberg von Essenrode nach Hannover um. Am 8. Juni 1774 heiratete Hardenberg die blutjunge Christiane Gräfin von Reventlow. Er war bis 1782 im Hannoverschen Staatsdienst tätig, dann im Dienste des Herzogs von Braunschweig, und ab 1790 war er Minister des Markgrafen von Ansbach-Bayreuth.
1791 wurde er preußischer Minister, vollzog die Eingliederung der Markgrafschaft Ansbach-Bayreuth in den preußischen Staat und leitete in der Folge die Verwal- tung der neuen preußischen Provinz. 1795 war er maßgeblich an den Verhandlungen zum Sonderfrieden von Basel zwischen Frankreich und Preußen beteiligt, der Preußen für den Verlust seiner linksrheini- schen Besitzungen mit rechtsrheinischem Gebiet entschädigte. 1798 wurde Hardenberg aus der Provinz nach Berlin berufen und erhielt einen Teilbereich der Außenpolitik übertragen.
1804 übernahm er die Leitung des Außenministeriums, und 1806, nach der preußischen Niederlage bei Jena und Auerstedt, war er kurzzeitig leitender Minister in Preußen. Noch im selben Jahr wurde er auf Druck Napoleons entlassen. 1807 war er nochmals kurzzeitig Minister; wiederum auf Anordnung Napoleons mußte er sein Amt aufgeben. Hardenberg ging daraufhin nach Riga und beriet von dort aus den preußischen König Friedrich Wilhelm III.; u.a. empfahl er die Berufung des Freiherrn vom Stein zum leitenden Minister.
1810, nach Steins ebenfalls von Harden- berg empfohlener Entlassung, wurde er zum preußischen Staatskanzler ernannt und setzte die von Stein begonnenen Reformen in Preußen fort: Er versuchte eine gleichmäßige Besteuerung aller Preußen einzuführen (wogegen sich allerdings der Adel sperrte), führte die Bauernbefreiung weiter, garantierte den Juden die Gleichberechtigung, hob die strenge Zunftordnung sowie die Beschränkungen der Gewerbefreiheit auf und säkularisierte Kirchengut.
Gegenüber Frankreich betrieb er zunächst eine Politik der vorsichtigen Annäherung – 1812 schloß er mit Napoleon ein Bündnis gegen Rußland. Nach Napoleons Nieder- lage in Rußland 1813 ging er dann im Befreiungskrieg ein Bündnis mit Rußland gegen Frankreich ein. 1814/15 vertrat er Preußen auf dem Wiener Kongreß und erwirkte dort bedeutende Gebietsgewinne für Preußen. In der Folge reorganisierte und vereinheitlichte er die Verwaltung in Preußen; mit seinen Vorschlägen zu einer Neuordnung der Ständevertretung konnte er sich allerdings nicht durchsetzen, wie auch andere seiner Reformvorhaben an der Restauration scheiterten.
Hardenberg starb am 26. November 1822 in Genua. Sein Leichnam wurde nach Neuhardenberg überführt und im dortigen Mausoleum beigesetzt. Auf seinen Wunsch wird sein Herz im Altar der Schinkel-Kirche in Neuhardenberg aufbewahrt.
