Hermann von Pückler

Hermann Ludwig Heinrich Fürst von Pückler-Muskau, geboren am 30. Oktober 1785 auf Schloss Muskau (Oberlausitz), gestorben am 4. Februar 1871 auf Schloss Branitz bei Cottbus, gehörte als bedeutender Gartenkünstler, weitgereister Abenteurer und liberaler Schriftsteller, als Dandy und Held zahlreicher Anekdoten zu den schillerndsten Persönlichkeiten seiner Zeit. Durch seine Heirat mit Lucie, geschiedene Gräfin Pappenheim und Tochter von Karl August Fürst von Hardenberg, wurde Pückler 1817 der Schwiegersohn des Staatskanzlers. Ab 1813 nahm der Erbe einer der größten deutschen Standesherrschaften an den Befreiungskriegen teil, war Adjutant des Großherzogs von Sachsen-Weimar und wurde kurzzeitig Militärgouverneur von Brügge. Eine erste Englandreise brachte ihm wesentliche Anregungen für die spätere Gestaltung der Parkanlagen in Muskau, Branitz und Neuhardenberg. Bei seinen häufigen Berlinaufenthalten kam er in intensiven Kontakt zu literarischen Kreisen (Freundschaft mit Rahel und Karl August Varnhagen von Ense, E.T.A. Hoffmann, Heinrich Heine, Bettina von Arnim).

Seine Leidenschaft für die Parkgestaltung und sein exzentrischer Lebensstil verschlangen Unsummen, so daß zur Sanierung der Finanzen eine (angeblich von der Gattin vorgeschlagene, vom König gutgeheißene) ›Pro-forma-Scheidung‹ die Möglichkeit einer reichen englischen Heirat eröffnen sollte. Die Englandreise von 1826 bis 1829 brachte allerdings nicht den erhofften Erfolg; seine von Varnhagen redigierten Reisebriefe an Lucie (»Briefe eines Verstorbenen«) wurden aber zu einem sensationellen literarischen Ereignis und zu einem der größten Bucherfolge des 19. Jahrhunderts überhaupt. 1835 reiste Pückler nach Algerien, Tunis und Griechenland; 1837 besuchte er Ägypten, 1838 den Vorderen Orient und Kleinasien. 1845 mußte er Muskau endgültig verkaufen und übersiedelte gemeinsam mit seiner geschiedenen Frau, von der er sich nie wirklich getrennt hatte, nach Schloss Branitz, wo er den Rest seines Lebens verbrachte.

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